Innere Anteile, Leben

Vertrauen in mich

Endlich habe ich es nach einer Woche mal wieder geschafft, das Geschirr wegzuspülen und die Küche in einen akzeptablen Zustand zu bringen. Zur Zeit bleibt so viel im Haushalt liegen. Und Herr Kritiker ist seltsam ruhig. Ruhiger als üblich. Vielleicht versteht er langsam, dass eben nicht direkt ein apokalyptisches Chaos ausbricht, wenn ich mal eine oder zwei Wochen weniger in der Wohnung mache. Auf jeden Fall bin ich gerade echt froh, wieder frisches Geschirr und Besteck zu haben. Sobald die Arbeitsfläche nämlich mit ungespültem Kram vollgestellt ist, klappt es auch mit dem Essen nicht mehr. Dann überkommen mich Fressanfälle. Vor Allem mit ungesunden Nahrungsmitteln. Das ist aber nicht verwunderlich. Wie soll ich mir denn auch eine ‚gesunde‘ Mahlzeit zubereiten, wenn ich keinen Platz dafür habe?

Die letzte(n) Woche(n) war(en) anstrengend. Ich hatte fast täglich irgendwelche Termine im Außen. Das erschöpft mich immer wahnsinnig. Sogar bei den ‚guten‘ Dingen. Dazu kam aber dieses Mal noch eine gedankliche Überforderung. Gerade ist in meinem Leben so vieles im Umbruch, dass ich manchmal gar nicht weiß, wie mir geschieht. Einerseits kümmere ich mich um alles, übernehme Verantwortung, andererseits fällt es mir unglaublich schwer, (wichtige) Entscheidungen zu treffen. Zum Teil, weil mir Informationen fehlen, zum Teil, weil ich dem Gegenüber nicht vertraue und zum Teil aus Angst. Dann drehe ich alles tausend Mal im Kopf herum, befrage Freundinnen und komme trotzdem zu keinem Ergebnis.

Meine Therapeutin meinte gestern, dass ich schon ein recht gutes Gespür dafür habe, was ich brauche und was nicht. Ich vertraue mir nur leider selbst nicht; ich vertraue meinen Gefühlen nicht. Das ist etwas, was ich ‚einfach‘ nicht gelernt habe. In meiner Kindheit wurden all meine Gefühle hinterfragt und als ‚falsch‘ deklariert. Wie kann ich mir also im Jetzt vertrauen? Wie kann ich das lernen? Die Sitzung hat mir wieder einmal geholfen, meine Gedanken zu sortieren und ein Stück weit klarer zu werden. Dabei hat meine Therapeutin gar nicht viel gemacht, außer mich in meiner Wahrnehmung zu bestärken und meine Gefühle zu validieren. Vielleicht ist das auch schon ein Teil des Weges zu mehr Selbstvertrauen?!

Und noch etwas ganz Wichtiges habe ich gestern für mich mitnehmen dürfen. Egal, wie ich von Außen bewertet werden könnte, ich darf für mich einstehen! Jederzeit! Die gesunde Erwachsene darf Grenzen einfordern, um die kleinen Anteile zu beschützen. Und die letzten Wochen ist mir das an der ein oder anderen Stelle auch schon gelungen. *mir selbst auf die Schulter klopfe*

So, jetzt aber: hoch die Hände, Wochenende! \o/

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