Natur

Mal wieder unterwegs sein

Es ist schon irgendwie seltsam. Obwohl ich meine achtsamen Spaziergänge in den letzten Wochen wirklich vermisst habe, fiel es mir heute echt schwer, die Wohnung zu verlassen. Dabei weiß ich eigentlich, wie gut mir die Natur tut. Manchmal muss ich mich eben doch ein wenig zu meinem ‚Glück‘ zwingen. Entgegengesetztes Handeln und so 😉

Ich habe eine meiner Standardrouten genommen. Die Straße runter Richtung See, durch die Kleingartenanlage, vorbei an meinem Lieblingsgarten mit den Tieren, um den See herum und wieder zurück nach Hause. Dabei ist mir einiges aufgefallen und durch den Kopf gegangen. Zuallererst: meine asiatischen Nachbarn scheinen auszuziehen. Vor dem Haus stehen ihre Möbel kreuz und quer herum. So ganz verstehe ich den Sinn dahinter nicht, aber sie werden schon wissen, was sie tun 😅

Umzug auf asiatische Weise

Auf dem Weg zum See muss ich immer ein Stückchen durch einen kleinen Grünstreifen laufen. Dort gibt es einige alte Bäume mit üppigen Kronen. Das hat schon etwas Heimeliges, wenn man so darunter steht. Wie die Sonne durchblitzt und der Wind die Blätter sanft bewegt. Zeit zum Durchatmen!

grünes Blätterdach

Irgendwo in dem Baum saß ein einzelnes Vögelchen, was munter vor sich hin zwitscherte. Mir kam dabei die Frage in den Kopf, wieso im Sommer viel weniger Vögel zu hören sind als im Frühling. Wobei sich das, glaube ich, von allein beantworten lässt. Wahrscheinlich, weil die Paarungszeit vorüber ist?! Das muss ich noch einmal genauer nachlesen 🤓

Noch im Juni gaben die Vögel ihr vielstimmiges Konzert zum Besten. Nun wird es langsam still. Warum das so ist, erklärt Birdlife-Expertin Eva Karner-Ranner: „Das Singen dient hauptsächlich zur Abgenzung der Brutreviere und dazu, Weibchen anzulocken. Deshalb ist der Gesang auch vorwiegend in der Brutzeit zu hören, also bei uns etwa von März bis Ende Juni.

Lebensart

Die einzigen Vögel, die ich um diese Jahreszeit noch umeinander buhlen sehe, sind Tauben. Die Männchen können ja durchaus sehr penetrant sein, wenn sie sich gurrend aufplustern und jedem Weibchen hinterher stolzieren. Seltsamerweise habe ich noch nie erlebt, dass eins der Weibchen wirklich interessiert war. Sie liefen eigentlich immer nur davon.

Am See saß Familie Nilgans im Schatten und beäugte mich misstrauisch. Der Nachwuchs ist mittlerweile auf der Schwelle vom Teenager zum Erwachsenenalter. Aber noch scheinen sie nicht das Bedüfnis zu haben, in die weite Welt zu ziehen. Dafür haben sie sich hervorragend gekebbelt. Mit Schnattern und Fauchen. Unglaublich, wie ruhig die Eltern dabei geblieben sind. Davon könnte sich mancher Mensch noch etwas abgucken!


Über der Gartenanlage lag heute diese sommerliche Stille, die ich von früher kenne. Es ist genau das Gegenteil von geschäftigem Treiben. Die Menschen haben sich vor der Hitze zurückgezogen. Nur vereinzelt höre ich jemanden im Garten werkeln. Über mir kreisen ein paar Hobbyflieger vom nahen Flugplatz.

Kleingartenanlage

Es ist schon erstaunlich, wie mich diese Kulisse in meine Kindheit zurück katapultiert. Wenn ich früher im Sommer zur Mittagszeit draußen unterwegs gewesen bin, lag die gleiche Stille in der Luft. Egal, ob am Fluß oder in den Feldern. Selbst die Hobbyflieger gab es dort. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob es eine schöne Erinnerung ist. Ja und nein zugleich.


Ich wundere mich übrigens jedes Jahr aufs Neue, wie lange die unterschiedlichen Pflanzen in den Sommer hinein blühen. Irgendwie existiert in meinem Kopf dieser Trugschluss, dass Blumen, Büsche und Bäume nur im Frühjahr Blüten tragen. Dabei blühen doch jetzt gerade die wunderschönen Wildblumen vor einem der Kleingärten. Ich liebe diesen bunten Streifen. Die Pächter hatten einige Jahre sogar Bienenkästen, aber die sind mittlerweile verschwunden. Schade; denn ich habe das wuselnde Brummen um die Blumen echt gemocht.


Chillmodus on

Die Tiere aus meinem liebsten Garten waren heute im Chillmodus. Total verständlich bei der Wärme. Die Hasen lagen gemütlich unter der Bank und die Laufenten dösten im Schatten. Da gab es also nicht viel zu sehen. Nur die Vögel (Wellen- und Nymphensittiche) flogen geschäftig durch die Voliere und zwitscherten um die Wette.

Am See – die Wiese leidet unter der Hitze

Auf dem Rückweg wurde es mir dann auch langsam zu warm. Ich habe noch schnell eine Runde um den See gedreht und bin froh, jetzt wieder zu Hause zu sein. So gut mir diese Spaziergänge auch tun, sie kosten mich Kraft. Nicht unbedingt seelisch, viel eher körperlich. Danach brauche ich immer ein wenig Zeit, um mich zu regenerieren, bevor es im Tagesprogramm weitergehen kann. Und das ist auch völlig in Ordnung! Ich nenne es gute Selbstfürsorge!

Habt ein schönes Wochenende! 🌷

5 Gedanken zu „Mal wieder unterwegs sein“

    1. Das ist ja lieb 🧡 Danke für deine Rückmeldung! Ich muss nur immer schauen, dass ich auch noch achtsam bleibe, wenn ich mir vornehme, hinterher darüber zu schreiben. Irgendwie drifte ich gedanklich dann gerne mal ab. Einen schönen Samstag an dich!

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